Aus unserer Hofchronik

Anno 1399: Freikauf von Wessel to Eltynck

Urkunden
„Die persönliche Freiheit und die
freie Verfügungsgewalt über eigenen
Besitz war dem Artländer Bauern
stets und schon sehr früh ein
erstrebenswertes Ziel. Dafür ist der
Hof ELTING-Bußmeyer ein
herausragendes Beispiel.“

(Quelle: Reiseführer „Das Artland -
Kulturschatz im Nordwesten“, Hrsg.
ARTLAND ATELIER)

Wappen


Urkunde

     
„…dat vry dorslacht  
eghen Gud wesen sal“

Bereits 1354 wird der vollerbige Hof als
„dat Hues tho Eltetynch“ genannt, ein Hof
von durchschnittlicher Wirtschaftskraft.
1399 bietet sich dem aufsitzenden Bauern
die günstige Gelegenheit zum Freikauf
aus grundherrlicher Abhängigkeit:

So erschien am Feste des Hl. Ambrosius
am 1. April 1399, vor dem Stadtrichter
Johann Scoke zu Osnabrück der Bauer
WESSEL TO ELTYNCK aus dem Dorfe
Vehs im Kirchspiel Badbergen und ließ
beurkunden, dass er selbst, seine Frau
und ihre acht Kinder nach Hausleute
Recht, das heißt, als Eigenbehörige
eines Grundherrn erblichen Anspruch
hätten an der Nutzung des Hofes
ZU ELTYNCK. Sodann ließ Wessel den
Hof an Gottschalk v. Ankum – den
Gutsherrn – und dessen Erben auf und
entsagte zugleich jedem Anrecht darauf
und zwar als Teil eines Tauschgeschäftes.
Nunmehr traten Gottschalk v. Ankum,
seine Frau Swaneke und ihr einziger
Sohn auf. Als Gegenleistung erklärten
sie WESSEL TO ELTYNCK und seine
Familie für frei, quitt, ledig und los von
allem, womit sie ihnen bis dahin hörig
gewesen waren.

WESSEL TO ELTYNCK war nunmehr
auch rechtsfähig geworden und schloss
mit seinem ehemaligen Gutsherrn einen
weiteren Vertrag: Hier bekundet der
Stadtrichter, dass Gottschalk v. Ankum
mit Frau und Sohn an WESSEL TO
ELTYNCK und seine Erben verkauft haben
ihr Haus und Erbe TO ELTYNCK „… mit
Torve, mit Twyghe, mit Watere, mit Weyde,
mit aller slachte Nut und mit alle des
Gudes Tobehoringe … , dat vry dorslacht
eghen Gud wesen sal“, das heißt, … mit
Boden, mit Gehölz, mit Wasser, mit Weide,
mit Nutzung jeder Art und mit allem des
Gutes Zubehör … , dass es vollfreies
Eigentum sein soll. Als Kaufpreis zahlt
Wessel 60 Mark Osnabrücker Währung.

Seither erfreuen sich WESSEL TO
ELTYNCK und die ­Seinen eines freien
Halses und sind nicht nur Besitzer,
sondern auch Eigentümer ihres Hofes!“